Sachsens Wertschöpfung wird zunehmend von älteren Beschäftigten getragen. Mit dieser Feststellung eröffnete Mathias Plath, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Delitzsch, das 7. Stadtgespräch zum Thema Demografie in den Vereinsräumen des Bürgerhauses in Delitzsch. Unter dem Aspekt der Eingrenzung auf die Arbeitswelt und die speziellen Auswirkungen auf Delitzsch gaben die geladenen Präsidiumsgäste ihre Statements.
Herr Dr. Hans-Peter Schmidt, Hauptabteilungsleiter Bildungs- und Innovationszentrum der Handwerkskammer zu Leipzig verwies darauf, dass im Handwerkt in den letzten rund zehn Jahren im Wesentlichen keine natürliche Fluktuation mehr zu verzeichnen ist. Zuvor waren Mitte der 1990-er Jahre in Größenordnungen Teile der Belegschaften in den Vorruhestand gegangen und manchmal auch geschickt worden. Die Folge daraus zeichnet sich nun überdeutlich durch eine Überalterung der Belegschaften ab.
Frau Catrin Jubeh, Geschäftstelleleiterin der Agentur für Arbeit in Delitzsch, hat sich mit dem Begriff "älterer Arbeitnehmer" auseinandergesetzt. Sie verwies darauf, dass in der Literatur bereits ab einem Lebensalter von 40 Jahren von älteren Arbeitnehmern geschrieben wird. Nach Ihrer Ansicht ist dieser Begriff sehr differenziert zu betrachten und auch im Zusammenhang mit der körperlichen Belastung im Beruf zu sehen.
Der Geschäftsführende Gesellschafter der ProSoft Krippner GmbH, Herr Ralf Krippner, betonte, "dass junge Mitarbeiter nicht nur gefördert, sondern auch gefordert werden müssen". Und er formulierte die These, dass die aus dem Berufsleben Ausgeschiedenen auch weiterhin gebraucht werden, sinnvolle und nützliche Aufgaben für die Gesellschaft zu leisten. Mit einem leichten Anflug von Kritik verwies er auf die Statistik, nach der sich parallel zum Bevölkerungsrückgang in Deutschland nicht auch die Anzahl der im öffentlichen Sektor Beschäftigten in gleichem Maße reduziert.
In der damit eröffneten Diskussion zeigte sich die ganze Bandbreite des Themas Demografie. Frau Jubeh forderte eindringlich: "Es muss dafür gesorgt werden, dass die jungen Menschen in der Region bleichen (können)."
Mathias Plath konnte das Fazit der gelungenen Veranstaltung ziehen: "Es müssen die Werte und Grundkompetenzen bei der Jugend herausgebildet, die Medienkompetenz in allen Altersgruppen gestärkt und die Regulierung von Fehlanreizen der Politik herbeigeführt werden." Er forderte zum Überwinden des Schubladen-Denkens auf. Denn ältere Arbeitnehmer sind nicht gleichzusetzen mit altem Eisen, sondern von unschätzbarem Wert für Gesellschaft und Unternehmen.